Vigilant Inference Governor

Abnahme vom 12.09.2026: Pipelining, Versorgungsschutz, Kalibrierung

Drei Fragen, die die Messkette desselben Tages offen gelassen hat, auf derselben Maschine beantwortet: RTX 3070 Laptop (8 GB), Treiber 580.178.04, Triton 2.70.0, taskset -c 8-15. 07:36 bis 08:24, null Fremdlastproben im ganzen Lauf.

Die Blöcke A und B laufen mit den eingefrorenen Binaries der Morgenkette (49f3639), damit ihre Zahlen direkt neben deren Tabellen stehen können; Block C mit fc05336, weil der Versorgungsschutz (ADR-0041) erst seit diesem Stand existiert. Rohdaten: InferenceQoS-runtime/messungen/measure-abnahme-2026-09-12/.

A. Kostet Pipelining den geschützten Strom? Nein

Gate M3, drei Läufe mit pipelining_depth: 1, daneben die drei Läufe der Morgenkette mit 0:

Strom Triton Vigilant, Pipelining 0 Vigilant, Pipelining 1
Detektor 85–86 % 100 % 100 %
Pose 91–92 % 100 % 100 %
Tiefe 97–98 % 100 % 100 %

Die längste Detektorlücke in der Verbrauchersicht liegt mit Pipelining bei 16 ms statt 20 ms. Pipelining kostet hier nichts und senkt zugleich den Verlust an der Kante bei 100 % von 188 auf 17 ‰ (Messkette). Die Beispielkonfiguration steht seitdem auf pipelining_depth: 1; die Berichte R03 und R04 wurden mit 0 gemessen und bleiben gültig, weil sich die Zahlen nicht unterscheiden.

B. Hebt Pipelining den Schaden der Kalibrierung auf? Nein

Rampe bei 110 und 125 %, beide Läufe mit Pipelining, nur die Marge unterscheidet sich. Detektor unabgedeckt, dahinter der Preis über alle Ströme:

Last feste Marge gelernte Marge
110 % 16 ‰ (Preis 172 ‰) 19 ‰ (Preis 115 ‰)
125 % 21 ‰ (Preis 510 ‰) 182 ‰ (Preis 409 ‰)

Der Einbruch bei 125 % gehört also der Kalibrierung, nicht der Dispatch-Lücke. Man sieht zugleich den Handel dahinter: Die feste Marge schützt den Detektor und opfert Hintergrund, die gelernte dreht es um. Diese Entscheidung soll der Vertrag treffen, nicht ein zufällig falsches Profil — darum ADR-0041.

C. Was bringt der Versorgungsschutz (ADR-0041)?

Rampe, jeweils drei Läufe je Punkt. Detektor unabgedeckt / alle Ströme:

Last fest, ohne Schutz Schutz, feste Marge Schutz + gelernte Marge Schutz + Pipelining
100 % 0 ‰ / 188 ‰ 0 ‰ / 4 ‰
110 % 16 ‰ / 172 ‰ 0 ‰ / 998 ‰ 12 ‰ / 99 ‰ 0 ‰ / 998 ‰
125 % 21 ‰ / 510 ‰ 2 ‰ / 445 ‰ 45 ‰ / 508 ‰ 3 ‰ / 705 ‰

Und Gate M3 mit eingeschaltetem Schutz, drei Läufe: Detektor 84–85 / 100 %, Pose 92 / 100 %, Tiefe 97–98 / 100 % — unverändert. Dort ist der Hintergrund (das VLM) ohnehin bei 0 %, der Schutz kann also nichts mehr nehmen.

Er wirkt. Der geschützte Strom geht auf 0–3 ‰, wo er ohne Schutz 16–21 ‰ verfehlt, und an der Kante bei 100 % bleibt zusammen mit Pipelining fast nichts mehr übrig: 4 ‰ statt ursprünglich 188 ‰.

Allein ist er ein Hammer. Bei 110 % verliert der Hintergrund 998 von 1000 Takten. Das ist kein Fehler, sondern seine Definition: Jeder Hintergrundauftrag, der länger dauert als der Abstand zweier geschützter Ankünfte, passt in keine Lücke mehr, und ohne Deckelung nimmt der Guard ihm dann alles. Die Simulation hatte das angekündigt (ADR-0041).

Mit der Kalibrierung zusammen wird er brauchbar. Bei 110 % ist die Kombination allen anderen Varianten in beiden Spalten überlegen: Detektor 12 ‰ und Hintergrundverlust 99 ‰ gegen 16 ‰ / 172 ‰ ohne beides. Die Kalibrierung macht den Plan knapp und gibt dem Hintergrund Luft, der Schutz verhindert, dass diese Luft den geschützten Strom kostet.

Bei starker Überlast bleibt Vorsicht vorn. Bei 125 % liegt die feste Marge ohne Schutz beim Detektor vorn (21 gegen 45 ‰) bei praktisch gleichem Hintergrundpreis. Wo nichts mehr zu verteilen ist, schlägt ein pessimistischer Plan jede Feinsteuerung.

Empfehlung

Einstellung Empfehlung
pipelining_depth 1 — kostet nichts, behebt die Kante bei 100 %
protect_supply (ADR-0041) im Bereich um die Sättigung zusammen mit margin_learning; allein nur mit einer Untergrenze für den Hintergrund (minimum_background_progress_pct), sonst verhungert er
margin_learning (ADR-0038) bei fremdem oder ungeprüftem Profil; bei starker Überlast und korrektem Profil bleibt die feste Marge besser

Beides bleibt abschaltbar und beides ist voreingestellt aus, bis ein Pilot mit echtem Lastprofil die Kombination bestätigt.

Was offen bleibt