Vigilant Inference Governor

07 — Erneute Bewertung des Ausbauplans

Stand: 2026-09-09. Bewertet wird der Entwurf in Dokumenten 01–06, nicht eine bereits implementierte vNext-Version. Ausgangsstand: Commit fa4c909.

1. Wird Vigilant dadurch besser?

Plausibel ja, aber nicht schon durch das Schreiben dieses Plans. Die wertvollsten Änderungen verbessern die Voraussetzungen jeder Policy: korrektes Ausführungswissen, passende Profile, ausdrücklicher Verbraucherbedarf und reproduzierbare Messungen. Sie adressieren konkrete Lücken des heutigen Codes.

Ein größerer Predictor oder mehr Stellgrößen sind dagegen nicht automatisch besser. Falls sie nur Ablehnungen erhöhen, schlechter erklärbar sind oder den eigenen Hot Path verlangsamen, kann das Gesamtsystem schlechter werden. Jede Erweiterung muss deshalb den nächsteinfacheren funktionsfähigen Pfad schlagen.

2. Ist der Entwurf allgemeiner und modular?

Ja, sofern die vorgesehenen Grenzen eingehalten werden:

Der Preis der Generalisierung sind mehr Zustände und eine größere Testmatrix. Die Architektur vermeidet diesen Preis nicht, sie macht ihn begrenzbar.

3. Gegenprüfung mit schwierigen Fällen

Gegenbeispiel Muss der Entwurf bestehen? Antwort / verbleibendes Risiko
Kunde hat nur Triton und keinen Hardwareagenten Ja Legacy-/qualifizierter Envelope möglich; keine erfundene EMC-Zusage
GPU arbeitet nach RPC-Abbruch weiter Ja Unknown-Lease bis End-/Fencingnachweis; Availability kann eingeschränkt bleiben
Neuere Aufnahme macht einen alten Eventbeleg nicht wertlos Ja Event-/Stateful-Semantik und DAG-Verbraucher, keine blinde Latest-Regel
Clock-Wunsch wird von Plattform überschrieben Ja Pending/Observed-State; alter oder konservativer Übergangszustand bleibt maßgeblich
Hoher Frischescoring-Gewinn, Hintergrundarbeit verhungert Nein, wenn Fortschritt vereinbart G2 verlangt beide Vertragsseiten
p99 wird besser, vier Zyklen hintereinander fehlen Nicht automatisch ausreichend Consumer-Lücken und M/K/L separat bewerten
Paardaten passen, drei Modelle stören sich stark Ja unqualifizierte Kombination nicht mit addierten Paarwerten freigeben
Green Contexts oder XSched bringen auf Jetson keinen Nutzen Ja Feature bleibt aus; R1/R2 bleiben eigenständig lieferbar
Nur schnellere Engine, schlechtere Aufgabenlösung Kein Produktgewinn Semantik-/Qualitätsgrenzen und reale Task-Metrik erforderlich

Wichtige Konsequenz: Kein Fall wird durch automatische Lockerung von Deadlines, Alter oder Qualität „gelöst“. Wo ein Vertrag nicht tragbar ist, benennt Vigilant den Konflikt und fordert eine Betreiberentscheidung.

4. Was nach diesem Plan weiterhin nicht bewiesen ist

Es bleibt ein Unterschied zwischen guter Softwarearchitektur, guter Forschungsarbeit und einem vom Kunden tatsächlich benötigten Produkt. Alle drei müssen gesondert nachgewiesen werden.

5. Sind wir „elite gut“?

Für „weltweit führend“ oder „besser als der Markt“ fehlt ein fairer, unabhängiger Nachweis. Das wäre heute ein Marketingurteil, kein technisches Ergebnis.

Die vorhandene Basis ist ernstzunehmend: deterministischer Core, getrennte Payloads, konkrete Überlastsemantik, Regressionstests und dokumentierte Gegenbefunde. Gleichzeitig zeigen Ausführungsleases, Messdefinitionen und die Co-Run-Begründung, dass Tests und anspruchsvoller Code allein keine Fehlerfreiheit oder starke Theorie garantieren.

Der Weg zu einem Spitzenprodukt wäre: eine eng definierte Robotikaufgabe nachweislich zuverlässiger versorgen als eine gut konfigurierte Alternative, mit einfacher Integration, nachvollziehbaren Grenzen und stabilem Betrieb. Nicht: möglichst viele neue Forschungsbegriffe gleichzeitig implementieren.

6. Gesamtentscheidung

Weiterentwickeln, ohne Rewrite. R0/R1 haben Vorrang; TensorRT Direct ist eine plausible nächste Vertikale. Regler, Partitionierung, Präemption und Semantik kommen nur nach eigenen Gates. Der gesamte Maximalausbau ist kein kurzfristiges Pilotversprechen.

Mit Herstellern jetzt sprechen. Einen Entwicklungspartner und eine messbare Aufgabe suchen; keine pauschale Produktions- oder Safety-Freigabe behaupten. Erst der gewählte Stack entscheidet, welche Module zuerst Geld und Engineeringzeit rechtfertigen.

7. Was jetzt tatsächlich geliefert ist

Acht lokale Planungs-/Bewertungsdokumente einschließlich Index. Bestehende 217 Tests erfolgreich, Format und Clippy sauber. Produktcode und Lizenz unverändert durch diesen Arbeitsgang; keine fremden Bibliotheken eingebaut, keine GPU-/Clock-Experimente ausgeführt und nichts veröffentlicht.

Der Plan umfasst 25 Arbeitspakete. Lokale Links, Codeblock-Abschlüsse, eindeutige Paketabschnitte, azyklische Abhängigkeiten und die Aufwandssumme wurden zusätzlich mechanisch geprüft. Das ist eine Dokumentkonsistenzprüfung, kein Ersatz für die späteren technischen Abnahmen.

Nächste Neubewertung nach G0 und G1: konkrete Repros, gültige Zustandsprofile und ein bestätigter Pilotbedarf. Bis dahin lautet der Status: gute Grundlage mit präziserem Ausbauplan, nicht fertiger Maximalausbau.