Vigilant Inference Governor

ADR-0005: Erfolgsmetrik für supersedierbare Streams

Status: Akzeptiert · 2026-08-31 Betrifft: Spec §4.4 (Go/No-Go-Zielwerte), §18 (Metriken), §19.5, Anhang D Punkt 8

Kontext

§4.4 Ziel A lautet: „mindestens 2x weniger Protected/Critical Deadline Misses unter relevanter Überlast". Anhang D Punkt 8 wiederholt das.

Bei LATEST / LATEST_PER_KEY ist „Deadline Miss pro Request" jedoch nicht wohldefiniert und im Vergleich systematisch verzerrt:

Beide Lesarten sind angreifbar. Ein Reviewer, ein Design-Partner oder ein NVIDIA-Ingenieur wird genau hier ansetzen — und §3.5 sowie §19.1 verpflichten das Projekt ausdrücklich darauf, sich nicht durch Messkonstruktion zu begünstigen.

Entscheidung

Für supersedierbare Streams ist die Erfolgsmetrik periodenbezogen, nicht requestbezogen.

Primärmetrik — Fresh Result Coverage:

Zerlege die Messdauer in Fenster der Länge period_ms.
Ein Fenster gilt als ABGEDECKT, wenn in ihm mindestens ein Ergebnis geliefert
wurde, dessen Information Age (t_c - t_g) <= max_age war.

coverage = abgedeckte Fenster / alle Fenster

Diese Metrik ist gegen beide Manipulationen immun:

Sie entspricht außerdem der Frage, die das Robotik-System tatsächlich stellt: Hatte ich in diesem Regelzyklus eine hinreichend aktuelle Wahrnehmung?

Sekundärmetriken: Age of Information p50/p95/p99 pro Stream; stale_compute_seconds_total; Anzahl gelieferter valider Ergebnisse pro Sekunde.

Unverändert: Für NEVER_DROP- und FIFO-Streams bleibt die klassische requestbezogene Deadline-Miss-Rate korrekt und wird weiter verwendet. Dort gibt es keine Supersession und damit keine Nennerverzerrung.

Konsequenzen