Vigilant Inference Governor

ADR-0001: Simulation-First-Entwicklung mit Gate S

Status: Akzeptiert · 2026-08-31 Betrifft: Spec §24 (Arbeitspakete), §25 (Milestones), §38 (die eine Hypothese)

Kontext

Die Spec definiert in §38 genau eine entscheidende Hypothese und macht Milestone M3 zum Falsifikationsgate. Die Arbeitspaketreihenfolge in §24 ist jedoch nach Produktvollständigkeit sortiert, nicht nach Risiko: das erste belastbare Signal zur Kernhypothese entsteht erst nach WP0–WP20, also nach Gateway, Triton-Adapter, Profiler, Metrics und Benchmark-Harness.

Für ein Projekt, dessen Spec selbst explizite Kill-Kriterien formuliert (§19.8), ist das sehr spät und sehr teuer.

Entscheidende Beobachtung: Die Kernvergleiche A (Freshness, §19.5) und B (Protected vs. Best Effort, §19.6) sind vollständig im Discrete-Event-Simulator aus WP1 darstellbar. Sie benötigen Ankunftsprozesse, Laufzeitverteilungen, Queue-Policies und Deadlines — keine GPU, kein Triton, kein Netzwerk.

Entscheidung

Wir führen ein zusätzliches Gate S (Simulation) nach WP2–WP6 ein, vor jeder Netzwerkarbeit.

Gate S ist bestanden, wenn im Simulator gegen eine FIFO-Baseline mit identischen Laufzeitannahmen und identischem Ankunftsprozess mindestens eines erreicht wird:

Wird keines der beiden erreicht, wird vor Phase 2 die Positionierung überprüft.

Begründung

Der Simulator ist die Best-Case-Welt für OneTimer: kein Proxy-Overhead, perfekte Laufzeitkenntnis, kein Backend-Jitter, keine zweite Backend-Queue, keine Profilfehler. Ein Effekt, der dort nicht groß ist, kann auf realer Hardware nur kleiner werden.

Gate S kann die Hypothese daher falsifizieren, aber nicht bestätigen. Genau das ist beabsichtigt: ein billiges Gate, das nur in eine Richtung schließt.

Konsequenzen

Positiv

Negativ / Risiko

Gate S ersetzt Milestone M3 nicht. M3 gegen eine getunte Triton-Baseline auf echter Hardware bleibt das produktentscheidende Gate.